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31 Weine in vier Stunden

Unsere nächste Station ist die Art Déco Stadt Napier an der Hawke Bay. Den einheitlichen Baustil "verdankt" die Stadt einem starken Erdbeben 1931, das die gesamte Küstenregion stark erschütterte und zerstörte. Das Stadtbild aber auch die angrenzende Weinregion waren Anlass, dieses Ziel in unsere Route aufzunehmen.

Für einen ersten Überblick suchen wir nach dem Einchecken im"Cri" (das ehemalige Criterion Hotel) die i-Site auf. Wir erfragen uns einige Empfehlungen für einen Stadtrundgang und brechen auf Richtung Nelson Quay, wo es einige nette Boutiquen und Cafés geben soll. Nur leider haben drei der gefühlten fünf Boutiquen bereits zu, als wir dort gegen 16 Uhr eintreffen. Und eine Kleinigkeit gegessen hatten wir bereits in der Stadt. Enttäuschend! Nun gut, dann machen wir uns nun halt auf zum Bluff Hill, von wo aus man eine tolle Aussicht haben soll. Aussicht gab's - das war nicht gelogen - aber leider nur auf den Hafen, nicht auf die Stadt - die Sicht in diese Richtung ist durch Bäume versperrt. Enttäuschend! Wir gehen die Küste entlang zurück Richtung Innenstadt, vielleicht lohnt sich ja später noch ein Gang ins Ocean Spa, das uns ebenso angepriesen wurde wie das Boutiquenviertel und der Aussichtshügel. Aber auch das Spa erweist sich als Reinfall - es handelt sich nur um ein (verhältnismäßig kleines) Freibad. Nix mit braunen Blubberbädern oder Whirlpools, wie ich es bei einem Spa erwartet hätte. Naja, scheint wohl ein Übersetzungsfehler meinerseits zu sein. Später ziehe ich noch mit der Kamera durch die Stadt, um zumindest ein paar Art Déco Fassaden festzuhalten - aber ganz ehrlich: Umgehauen haben mich die passtelfarbenen Verzierungen nicht.

Für den nächsten Tag haben wir eine Weintour gebucht. Es geht aber erst Nachmittags los, also nutzen wir die Zeit vorher für einen ausgiebigen Einkaufsbummel. Das geht nicht gut aus - es ist immer noch Christmas Sale und die Outdoor Läden locken mit tollen Angeboten. Schließlich bin ich drei Microfaserhandtücher (was um Himmels Willen will ich bloß mit gleich drei neuen Microfaserhandtüchern?), einen Sonnenhut, eine Polypropylenhose und ein Top reicher - gut, dass ich von Anfang an noch genug Platz in meinem Rucksack hatte.

Um eins holt uns dann Mike, unser Weintour-Fahrer, ab. Gemeinsammit einem polnischen Pärchen werden wir dann von Weingut zu Weingut kutschiert. Zuerst geht's zur ältesten Vinery, der Mission Estate Vinery, einem herrlichen Anwesen, auf dem leider Massenbetrieb herrscht. Die Weine sind ... - naja ... Anschließend fahren wir zur Salvare Estate Vinery, einem kleinen Weinbauern, bei dem wir gleich deutlich herzlicher begrüßt und bewirtet werden. Besonders lecker schmeckt der Merlot Rosé 2010, mit seinem erdbeerigen, melonigen, fruchtigen und doch leichten Geschmack. Es folgt die Ngatarawa Vinery - hierüber mag ich gar keine weiteren Worte verlieren. Wir werden abgefertigt. Anschließend essen wir hier noch unser Cheeseboard - eine willkommene Stärkung, nachdem wir schon über zwanzig Weine gekostet haben. Und endlich fahren wir zur vierten und letzten Vinery, von der Mike die ganze Zeit schon geschwärmt hat und für die er etwas mehr Zeit einräumen wollte. Zurecht! In Moana Park erhalten wir definitiv die beste Weinverköstigung - nicht nur wegen der besten Weine, sondern auch, weil sich die Mitarbeiter/innen dort Zeit nehmen und in aller Ruhe von dem kleinen Weingut und den Weinen erzählen. Absoluter Favourit - nicht nur meiner, sondern auch Mikes, der hier sogar auch ein kleines Schlückchen zu sich genommen hat - ist der Late Harvest Muscat 2009, ein nach süßen Pfirsichen und Aprikosen schmeckender Desertwein. Lecker!

Aber warum nur kommen die besten Weine zum Schluss, dann, wenn man eigentlich kaum noch was schmecken kann? Eine neuseeländische Weintour zu machen, ist definitiv eine gute Idee. Und auch wenn man nur ein kleines Schlückchen trinkt (und nein, man spukt Wein bei einer Probe nicht aus - es sei denn, er schmeckt so gar nicht), so ist man hinterher doch gut angetrunken. Insofern ist ein Fahrer unabdinglich. Aber unter einer Halbtagestour (= mindestens vier Vineries)  gibt's keine Angebote. Eigentlich sehr schade, ein oder zwei Weingüter, aber dafür gute, hätten durchaus gereicht. Würde ich es noch mal machen, ich würde schauen, ob ich einen Fahrer anheuern kann, der mich zu von mir ausgewählten Vineries fährt - bedarf natürlich einer gewissen Planung, aber die Zeit könnte gut investiert sein.

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