48 Stunden Neukölln

Einmal im Jahr, so hatte unsere Lerngruppe ed-umaniaX vor zwei Jahren beim Masterabschluss beschlossen, wollen wir uns treffen, quasi ein kleines Alumnitreffen. Als wir dieses Jahr über einen Termin sprachen, fiel das Treffen auf das letzte Juni-Wochenende. Passenderweise das Wochenende, an dem "48 Stunden Neukölln" stattfindet, ein Stadtteil- und Kulturfestival, von dem Peter schon häufiger berichtet hatte. Also nix wie hin nach Berlin.

Während Peter sich auf die feierliche Rückbenennung von Neukölln in Rixdorf vorbereitete, wanderten wir anderen durch den Stadtteil und ließen uns durch das vielfältige Programm treiben. Nicht alles, an dem wir vorbei kamen, war wirklich lohnenswert. Bei der Fotoausstellung zu Neuseeland hätten wir sicherlich alle mithalten können und die Performance "Die Näherin" hat sich uns leider nicht erschlossen.

Aber es gab auch ein paar kleine Highlights wie z.B. ein paar Wintermäntel, die im Heimatmuseum hingen und die uns jeweils auf einer CD ihre Geschichte erzählten. Wirklich nett gemacht, da das Anhören der CDs allerdings recht Zeit intensiv ist, würde ich mir noch eine interaktive Onlinevariante wünschen.

Weiteres Highlight auf unserem Spaziergang durch das ehemalige Rixdorf war der Besuch einer kleinen Privatgalerie - in der Wohnung der Malerin. Sie selbst wollte damit nicht nur auf sich und ihre (wie ich fand, sehr phantasievollen und bunten) Bilder aufmerksam machen, sondern so auch andere Menschen kennen lernen. Da bietet "48 Stunden Neukölln" eine tolle Gelegenheit. Sie versucht, nach einigen Jahren im Ausland, wieder in Berlin anzukommen. Klasse Idee, die Möglichkeiten des Festivals dafür zu nutzen.

Abends fand dann schließlich die feierliche Rückbenennung von Neukölln in Rixdorf statt, der wir bewohnten (man halte mich für extrem naiv, dass ich tatsächlich davon ausgegangen wäre, es könne sich hierbei um etwas anderes als eine Performance handeln). Peter und einige andere Musiker begleiteten die Zeremonie mit Klezmer-Musik, die Zeremonie selbst war ein äußerst abstraktes Puppenspiel, in dem nicht davor gescheut wurde, aus dem extrem nachdenklich stimmenden Brief der Rütli-Schule vorzulesen. Die Performance war vielleicht alles in allem etwas zusammenhangslos und abstrakt, regte aber dennoch zum Nachdenken an.

"48 Stunden Neukölln" ist ein ungewöhnliches, teilweise schräges Kulturfestival, jeder kann mitmachen, scheinbar alles ist erlaubt. Wie ich finde, ein spannendes Konzept für einen Stadtteil, der sich gerne von seinem negativen Image lösen will. Ich fand's toll, es endlich mal erlebt zu haben.

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