Die (vermutlich) meisten Neuseelandurlauber/innen wollen möglichst viel vom Land sehen und reisen daher auf beiden Inseln herum. Für die Mobilität des Touristen bietet das Land einige Möglichkeiten.
Auto
Mein Favorit - erst recht nach meinen Erfahrungen - wäre immer wieder das Auto. Mit keinem anderen Verkehrsmittel ist man so unabhängig. Und will man die tolle Landschaft nicht nur durch die Scheibe bewundern und fotografieren, dann führt an einem eigenen Auto gar kein Weg vorbei. Autos können wahlweise gemietet oder gekauft werden, wobei letzteres sich angeblich ab einer Reiselänge von ca. 4 Wochen lohnt und "total einfach" ist. Da wir noch nicht mal ein Auto mieten mussten, habe ich mich mit den organisatorischen Belangen allerdings nicht weiter auseinander gesetzt.
Was am Anfang abschreckend sein mag, ist der Linksverkehr. Aber das Land ist so leer (selbst im Sommer, wenn viele Touristen unterwegs sind), dass man sich davor wirklich nicht fürchten muss. Zu Beginn muss man etwas auf den linken Straßenrand aufpassen, wir hatten alle einen leichten Linksdrall und gerieten dadurch immer schnell in die Nähe des Seitenstreifens. Nach einigen gefahrenen Kilometern gibt sich das aber und das Gefühl für die "falsche" Straßenseite sowie die "falsche" Fahrerseite stellt sich ein (was war das komisch, als ich nach meiner Rückkehr in Deutschland auf die Beifahrerrseite eines Taxis einstieg).
Eine Regelung, die mir in Neuseeland extrem gut gefallen hat, sind die Richtgeschwindigkeiten, die vor vielen Kurven auf den State Highways angegeben werden. Je nach Zahl, die zwischen 15 und 85 liegen kann, erfährt der nicht ortskundige Fahrer schon im Vorhinein, mit welcher Krümmung er zu rechnen hat. Ich fand das ungemein entspannend, da man dadurch frühzeitig das Tempo drosseln konnte. Und das Schöne: Auf die Empfehlungen ist echt Verlass.
Ebenfalls entspannend fand ich, dass es in Neuseeland scheinbar keine Raser gibt (wobei entsprechende Warnschilder durchaus auf etwas anderes hindeuten). Wir haben es allerdings nie erlebt, dass wir verantwortungslos mit völlig überhöhter Geschwindigkeit überholt wurden.
Wer allerdings mit dem Auto in Neuseeland unterwegs ist, sollte immer die Tankanzeige und die Informationen über die nächste Tankstelle im Blick haben. Teilweise gibt es über hundert Kilometer keine Möglichkeit, Benzin nachzufüllen, was bei Straßensperren zum echten Problem werden kann. Entsprechende Infos hält zum einen der Lonely Planet bereit, aber natürlich auch ein Straßenatlas (z.B. vom AA, auf deren Internetseite man sich übrigens auch über Straßenblockaden informieren kann).
Bus
Wer dennoch nicht mit einem Auto rumreisen mag, für den gibt es Busse. Über die entsprechenden Anbieter informiert man sich am Besten auch im Reiseführer. Ich selbst habe nur die Intercity-Linien kennen gelernt, Busse von Naked Bus zum Beispiel sind allerdings häufig günstiger. Der Nachteil an Bussen: Sie fahren oft nur einmal am Tag - eine gewisse Auswahl erhält man jedoch durch unterschiedliche Anbieter. Tickets erhält man entweder über das Internet oder in den örtlichen Büros (in Ausnahmen vielleicht auch beim Fahrer, so genau weiß ich es nicht).
Ich habe sowohl am Anfang als auch am Ende ein Stück meines Weges mit dem Bus zurückgelegt und war begeistert. Zwar fahren die Busse natürlich keine Lookouts an (zumindest nur selten: Am Lake Tekapo hatte ich Glück, dass der Lunchstop einen tollen Blick auf den See bot - außerdem fuhr der Bus an der "Church of the Good Shepherd" vorbei, die wir mit dem Auto ignoriert hatten, aber laut Busfahrer zu den Fotomotiven Neuseelands schlechthin gehöre), worin ich ein ziemliches Manko sehen ;-), allerdings sorgen die Fahrer für regelrechte Unterhaltung. Es ist sehr auffällig, dass es sich bei den meisten Mitfahrenden um Reisende handelt, da die Fahrer viel über die Landschaft und regionale Besonderheiten erzählen. Insofern ist der Bus zwar eine unflexible, aber nicht unbedingt die schlechteste Alternative.
Zug
Dass man Neuseeland auch mit dem Zug bereisen kann, darauf hat mich erst die Dokumentation "Mit dem Zug durch Neuseeland" gebracht, die Anfang Dezember in Arte ausgestrahlt wurde. Insgesamt gibt es drei Verbindungen, die regelmäßig zwischen Auckland und Wellington, Picton und Christchurch sowie Christchurch und Greymouth verkehren. Die komplette Reise lässt sich natürlich nicht auf Schienen zurücklegen, aber für kurze Abschnitte ist der Zug sicherlich keine schlechte Alternative. Es handelt sich um alte Dampfloks, die idyllisch durch die Landschaft tuckern und mit einem offenen Aussichtswagen für ein einmaliges Fahrerlebnis sorgen. Ähnlich wie die Busse starten auch die Züge nur einmal täglich. Zusätzlich zu diesen drei staatlichen Linien gibt es auf der Südinsel, meines Wissens nach noch eine weitere Verbindung - die allerdings ausschließlich touristisch genutzt wird.
Kommentare
Zum Thema Zug kann ich nur
Zum Thema Zug kann ich nur beisteuern: ja - aber nur auf den Romantikrouten. Neuseeland hat seine Bahn 1993 privatisiert und das ist gründlich schief gegangen. 2003 'musste' die Regierung zurückkaufen um die Strecken einigermaßen zu erhalten. 2007 wurde jedem Reisenden noch zugeraten, Busse statt Bahn zu benutzen.