Nach unserem gescheiterten Delfinabenteuer nehmen wir wieder Fahrt auf und setzen unsere Rundreise die Ostküste entlang nach Kaikoura fort. Auf dem Weg dorthin leisten wir uns ein kleines Rennen mit dem TranzCoastal, einer der wenigen Personenzüge in Neuseeland, der immer wieder an unserer Seite auftaucht und vorbeirauscht (wir haben keine Ahnung, an welchen Stellen wir schneller als der Zug waren). Auf der State Highway 1 (SH 1) kreuzen wir durch eine braune Hügellandschaft, die mit den in unterschiedlichen Grautönen gezeichneten Wolken uns eine unwirkliche Ansicht bietet. Wo möglich, halten wir kurz an, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen.
Dann taucht links neben uns der Pazifik auf. Mal rechts, mal links von uns verlaufen die Schienen des TranzCoastal - auch aus dem Zug heraus muss die Aussicht wunderbar sein. Wir halten an einer Raststätte an, genießen ein Stück Carrot Cake, dopen uns mit einem Flat White und genießen die tolle Aussicht auf türkises Meer und (dunkel-)graue Wolken. Insbesondere das Farbspiel der Wolken lässt uns an diesem Tag nicht aus dem Staunen heraus kommen. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Kaikoura, wo unser Hostel direkt an der SH 1 liegt. Nachdem einchecken gehen wir noch mal kurz in das Zentrum des Ortes und an den Strand. Puhh, ist das mühselig. Der Strand ist steil und besteht aus kleineren und größeren Kieseln. Mit jedem Schritt versinkt der Fuß ein wenig in dem Steinbett. Wer zu nah an die Wellen heran geht, kann dies schnell bereuen - schnelles davonlaufen ist hier nicht möglich. Ich lege mich hin, aber die Füße bleiben glücklicherweise trocken :-) Wir betrachten noch einige Zeit lang das Wasser und die Wolken, bevor wir zum Kochen und Waschen wieder zurück ins Hostel kehren. Kaum da, hat auch der angekündigte Sturm uns erreicht.
Am nächsten Tag, die Sonne scheint wieder, die Himmel ist blau, machen wir uns auf den Weg zum Kaikoura Peninsula Walkway. Die Strecke führt uns am Anfang die Straße entlang, daher entscheiden wir uns - für den deutlich beschwerlicheren Gang - direkt am Strand herzugehen. Bei der Robbenkolonie treffen wir auf ein riesiges verletztes Tier direkt neben dem Besucherholzsteg. Wir überlegen, was wir tun können und entscheiden, später beim DOC Bescheid zu geben (was wir blöderweise vergessen haben; ich hoffe, andere Besucher waren da nicht ganz so verpeilt wie wir). Von der Kolonie aus geht's dann die Küste hoch - wir laufen auf einem dieser braunen Hügel, bewundern wieder die türkise See, blicken auf den Ort und die dahinterliegenden Berge (in denen sich mal wieder Wolken verfangen haben) und genießen die Sonne. In der Ferne bilden wir uns ein, einige Delfine zu sehen - leider viel zu weit weg, um wirklich sicher zu sein - dennoch eine Entschädigung für die verpatzte Delfintour.
Mittags gehen wir noch eine Kleinigkeit essen und fahren dann weiter nach Christchurch. Nachdem mir das Hostel, in dem ich meine erste Nacht in Neuseeland verbracht habe, nicht sonderlich gut gefallen hat, entscheiden wir uns für unseren gemeinsamen Christchurchaufenthalt für eine Alternative: Jailhouse Accomodation. Das erst 1999 geschlossene Gefängnis bietet den Vorteil, dass in den umgebauten Zellen häufig nur Platz für zwei Betten ist - wir schlafen daher mal ganz unter uns - eine nette Abwechslung.
Am nächsten Morgen werden wir durch heulende Sirenen um 6:48 Uhr geweckt. Im ersten Moment halte ich es für einen (schlechten) Scherz unserer etwas ausgefalleren Unterkunft. Eine immer wiederkehrende Stimme sagt uns aber, dass es sich um einen Feueralarm handelt und wir doch bitte das Gebäude evakuieren sollen. Also schnell rein in die Hose und raus. Draußen treffen wir auf die "Mitgefangenen", schnell kursiert das Gerücht, dass ein verbranntes Toast schuld an unserem Weckruf ist - was die Feuerwehr letzlich auch bestätigt. Nach einer viertel Stunde dürfen wir wieder zurück in unsere Betten. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, zum Aufstehen bin ich aber auch noch zu müde.
Unsere Christchurch Entdeckungstour beginnen wir dann im Botanischen Garten, der praktischerweise vom Hostel aus auf dem Weg in die Stadt liegt. Hier sehen wir noch mal einiges an Pflanzen, was wir auf unseren Tracks bereits in Natura gesehen haben - alles in allem daher nicht wirklich überwältigend. Aber nett angelegt ist er alle male. Außerdem erfreue ich mich an den Stechkähnen, die wie in Venedig oder dem Spreewald, auf dem Avon hin und her fahren und ein schönes Fotomotiv abgeben.
Nachdem wir den Garten verlassen, wollen wir eigentlich in die Stadt - doch das Arts Centre liegt dazwischen und erweckt unsere Neugier. Die neugotischen Gebäude des ehemaligen Canterbury Colleges versetzen einen nach England (zumindest stelle ich mir England so vor). Wir streifen über das Gelände und bummeln durch die vielen kleinen Kunsthandwerkläden und Gallerien, die hier zu finden sind. Ein Gang, der sich wirklich lohnt - auch wenn wir entscheiden, dass die meisten Kunstwerke unser Mitbringsel-Budget übersteigen oder sich nicht transportieren lassen (einige Anbieter bieten allerdings auch einen Versand nach Übersee gegen Aufpreis an).
Anschließend geht's nun aber endlich in die Stadt. Das Canterbury Museum lassen wir wortwörtlich links liegen - das Wetter ist einfach zu schön (die Sonne scheint und wenn mal kein Wind weht, können wir auch das Fleece über dem T-Shirt ausziehen), um sich drinnen aufzuhalten. Auf dem Cathedral Square entdecken wir einen kleinen Wagen mit der Aufschrift "original new zealand real fruit icecreams" - damit steht fest, woraus unser Mittagsimbiss besteht ;-) Anschließend bummeln wir durch die Stadt, lassen nicht einen der vielen Gift-Shops aus und besorgen (vermeindlich) letzte Mitbringsel.
Später geht's noch die Gondola hinauf auf einen Aussichtsberg, davon aber im nächsten Eintrag mehr ...
Kommentare
Hallo Nicole! Die Bilder
Hallo Nicole! Die Bilder sind wirklich beeindruckend! Sehr schön, da möchte man gleich hinfahren und die strecken nachwandern... Grüße, Tobias.
Mein Tipp: Einfach Flug
Mein Tipp: Einfach Flug buchen! Der Rest ergibt sich von selbst ;-)