E-Learning Fachforum an der TU Darmstadt

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Letzten Donnerstag fand an der TU Darmstadt das E-Learning Fachforum zum Thema "So wirkt E-Learning - vernetztes Lernen und soziale Netzwerke" statt. In verschiedenen Vorträgen wurden Lösungen vernetzten Lernens vorgestellt und diskutiert.

Den Auftakt machte Dr. Konrad Faber, Geschäftsführer vom Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP), der der Frage "New Blended Learning im Bildungsnetzwerk - ein hochschuldidaktisches Modell für die Zukunft?" nachging. Begründet durch einen aktuell stattfindenden Kulturwechsel, der sich beispielsweise in der Verlagerung vom fremdgesteuerten zum selbstgesteuerten Lernen ausdrückt oder im Anstieg "nicht-traditioneller" Zielgruppen, verlangt er nach neuen Lernwegen. Als Lösung bietet er hybride Lernformate an. Die didaktische Nutzung von Web 2-0 Tools bezeichnet er als "New Blended Learning". Learning Management Systeme waren Web 1.0 - Personal Learning Environments (PLE) entsprechen Web 2.0 und dem bereits erwähntem Kulturwechsel. PLEs setzen bei Lernenden an, die sich aktiv, selbstverantwortlich und selbst bewusst im Netz bewegen - doch ist dieses Lernerbild bereits bei den Studierenden an unseren Universitäten flächendeckend anzutreffen?

Im zweiten Vortrag ging Dr. Kalman Graffi vom KOM - Multimedia Communication Lab der TU Darmstadt auf die Anreizmechanismen von Social Networks (64% der Nutzer/innen sozialer Netze sind min. einmal täglich im Netzwerk aktiv!) ein und diskutierte die Übertragung dieser Mechanismen auf die Lehre. In diesem Sinne plädierte er für einen personenzentrierten Ansatz, in dem beispielsweise gegenseitige Bewertungen möglich sind oder "Auszeichnungen" verliehen werden. Als Beispiel nannte er die derzeitige Darstellung von Testergebnissen in Moodle, die sehr nüchtern daher kommen und zeichnete die Vision auf, statt der Angabe der erreichten Punkte, Orden zu verleihen. Die Darstellung der Orden würde nicht nur für einen selbst erfolgen, sondern könnte für alle Lernenden sichtbar sein - Wettbewerb könnte entstehen (wer Farmville kennt, ist mit diesem Schema vielleicht vertraut?). Interessante Ideen, die formuliert wurden - ob das auch so funktioniert - entsprechende Untersuchungen fände ich sehr spannend.

Es folgte ein Vortrag von Ingrid Dethloff, vom E-Learning Center der Uni Heidelberg, zu Einsatzszenarien von Adobe Connect. Gut strukturiert wurden die verschiedenen Möglichkeiten von Adobe Connect aufgezeigt und mit Beispielen veranschaulicht - für mich allerdings kaum was neues.

Nach der Mittagspause stellten Sophie Schaper und Michel Michiels-Corsten, Studierende der Pädagogik an der TU Darmstadt, das studentische Projekt "MyPaed" vor. Die drupalbasierte Communityplattform bietet Studierenden die Möglichkeit, in einem für Dozierende nicht zugänglichem Raum sich auszutauschen, zusammen zu lernen und zu arbeiten. Trotz des preisgekrönten Ansatzes, folgende Frage bleibt berechtigt: Warum noch eine weitere, neue Plattform für die Studierenden und nicht die Nutzung bereits vorhandener Möglichkeiten (wie etwa ein geschützer Bereich auf Moodle, dem LMS, welches die Studierenden eh einsetzen)?

Professorin Dr. Regina Bruder, Mathematik-Professorin an der TU Darmstadt, berichtete anschließend von ihren Erfahrungen mit digitalen Kompetenzportfolios für Studierende. Die Ergebnisse des Projekts "elkopos" (E-Learning-Kompetenzportfolio für Studierende) zeigen, dass der optional ergänzende Einsatz eines E-Portfolios sowohl für Studierende als auch für Lehrende interessant sein kann, in dem das E-Portfolio zusätzliche Prüfungsmöglichkeiten bietet. Auf Basis der vorhandenen Erkenntnisse wird seit Oktober 2010 im Projekt "digipost" (Digitales Kompetenzportfolio für Studierende) der Einsatz von E-Portfolios weiter erforscht.

Im letzten Vortrag des Fachforums stellte Dr. Guido Rößling, FB Informatik der TU Darmstadt, optionale Erweiterungsmöglichkeiten von Moodle vor. Spannend, was es da noch so alles gibt. Aber aus dem Blickwinkel einer zentralen Einrichtung heraus ist es leider schwierig, all die auf den ersten Blick sinnvollen Plug-ins, zu prüfen, zu installieren und zu warten :-(

Die gesamte Veranstaltung wurde aufgezeichnet und wird vermutlich in den nächsten Tagen mit den Folien gemeinsam online abrufbar sein.

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