Ich habe es mir so fest vorgenommen, aber irgendwie finde ich kaum Zeit dafuer, mich mal vor den Rechner zu setzen, um von der tollen Landschaft hier zu berichten. Nachdem nun aber schon fast die Haelfte des Urlaubs um ist, gibt's heute mal einen Anfang. Die ersten Tage in Neuseeland habe ich im Fiordland verbracht, eine regenreiche, gruene, mit Seen und Fjordne bedeckte Gegend, in der meine Verwandtschaft lebt - sehr praktisch. Nachdem mein Gepaeck endlich den Weg zu mir gefunden hatte und Weihnachten - in einer Mischung aus typisch deutsch und neuseelaendisch - gefeiert war, ging's auf zum ersten Daywalk in den Regenwald. Da der Kepler Track direkt bei Te Anau startet, sollte es ein Teilstueck davon sein. Dank meiner Tante sind wir dann aber nicht direkt in Te Anau gestartet, sondern bei Rainbow Reach, von wo aus wir zum Lake Manapouri gelaufen sind. Dieses verhaeltnismaessig kurze Stueck ist traumhaft schoen. Es geht mitten durch den Regenwald immer am Fluss entlang. Auf der Strecke lag auch unsere erste Begegnung mit einem Herr der Ringe Drehort (Beiweisfotos sind gemacht - Szene muss erraten werden). Am Lake Manapouri (uebrigens einer der Drehorte vom Hobbit) gab's Lunch, dann ging's zurueck nach Te Anau. Bei super Sonnenschein sind wir so ueber zwanzig Kilometer durch den Regenwald gestreift und haben den fremdartigen Voegeln gelauscht.
Die Steigerung folgte dann ab dem 29. Dezember, an dem wir zum Milford Track aufgebrochen sind. Obwohl eigentlich schon ausgebucht, haben wir es tatsaechlich noch geschafft, meine Cousine mit in den Track hinein zu bekommen. Welch ein Glueck, damit scheint das Department of Conservation (DOC) wirklich eine sehr grosse Ausnahme gemacht zu haben - Silvester war wohl der Grund. Der Track startet am Ende des Lake Te Anau und fuehrt ueber den Mackinnon Pass zum Milford Sound. Vier mehr oder minder anstrengende Tage haben uns erwartet. Tag eins war recht unspektakulaer - nur fuenf Kilometer mussten gemeistert werden, da blieb genug Zeit, um noch ganz viele Fotos vom Regenwald zu machen. Am zweiten Tag standen dann immer hin 16,5 Kilometer auf dem Programm, immer noch nicht sonderlich viel, trotz leichter Steigung. Wir haben uns Zeit gelassen, viele Pausen gemacht, um die Landschaft zu geniessen und Fotos zu machen. Unsere Huette haben wir als vorletzte erreicht. Auf der Huette erfolgte die erste Begegnung mit den Keas (Bergpapageien), die Menschen gerne aergern. Wegen ihnen mussten wir an dieser Huette alles hochhaengen, da sie sonst Schuhe oder andere Dinge auch schon mal mitnehmen. Am dritten Tag, unserer Silvestertour haben wir dann die knapp 1000m hohen Mackinnon Pass ueberwunden. Der Anstieg war noch okaz, aber den Abstieg haben mir meine Kniee wirklich uebel genommen. Wieder sind wir als vorletzte abends in der Huette eingetroffen, da natuerlich auch wir nicht auf den Abstecher zu den Sutherland Falls (580m - Neuseelands hoechster Wasserfall) verzichten wollten. Wir hatten gerade noch Zeit, unser Essen zu kochen, bevor schon der allabendliche Hut Talk begann. Wegen Silvester aber dieses Mal nur kurz. Um 21 Uhr ging's dann weiter - wir haben Silvester einfach vorgezogen (und gehoerten damit wohl zu den ersten Menschen ueberhaupt, die auf 2010 angestossen haben - schliesslich lagen wir zeitlich noch vor der Datumsgrenze). Aber irgendwie war's komisch und Sekt gab's auch nicht. Also haben wir am naechsten Tag noch mal - gemeinsam mit den Deutschen - um zwoelf Uhr Mittags mit Magnesium- und Calciumtabletten (was bessers gab's nicht) - angestossen. Vorher hatten wir aber schon 18 Kilometer geschafft. Und da wir die vorherigen Tage immer so spaet erst im Ziel waren, wir aber an diesem Tag unbedingt das Boot vom Sandfly Point zum Milford Sound um 14 Uhr erreichen wollten, sind wir ganz frueh los getappert. Um 6:15 Uhr ging's los. Und in einem Anflug von extremer Motivation haben wir trotz 45 Minuten Pause (zum Muesliessen und Schwimmen!) unser Ziel schon um 11:30 (rechtzeitig zum deutschen Silvester) erreicht. Dieses Mal hat uns niemand ueberholt, wir waren die einzigen und die ersten! Das war wirklich grossartig - drei Maedels ganz allein im neuseelaendischen Regenwald. Tolles Erlebnis. Wir haben noch sehr viel mehr Voegel gesehen und gehoert als die Tage zuvor. Das waren Momente, in denen man kaum glauben kann, dass man nun wirklich dort ist. Und neben den Pflanzen und Tieren staunten wir auch immer wieder ueber das klare Wasser, das durch die vielen Bergfluesse floss. Das Wasser ist glasklar, als kaeme es direkt aus der Leitung (den Wasserhahn dazu haben wir aber nirgends gefunden). Kaum zu glauben, dass es sowas noch gibt. Als wir dann auf dem Boot Richtung Milford Sound sassen, fing es dann an zu regnen. Erst noch ein wenig, spaeter immer mehr. Die Sound-Rundfahrt fiel daher leider nicht so schoen aus. Und als wir dann Abends endlich wieder bei meiner Tante im Cafe sassen, haben wir noch ein drittes Mal - nun endlich auch mit Sekt - auf das neue Jahr angestossen.
Einen Tag spaeter war fuer mich dann Zeit, mich von meiner Verwandtschaft zu verabschieden. Wir starteten unsere Rundtour ueber die Suedinsel via Queenstown und Wanaka, strandeten dann in Haast, um heute am Fox Glacier anzukommen. Mehr dazu aber spaeter.
Kommentare
Ich wünsche Dir alles Liebe
Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute für 2010 - gleich am Anfang einen Traum zu leben, ist schon mal ein ziemlich guter Einstieg!
Ach... Wenn Du schon mal vor
Ach... Wenn Du schon mal vor Ort bist: Sei doch so lieb und bring eine kleine Kiste Kiwis mit ;-) LG Guido
In welcher Form denn?
In welcher Form denn? Menschen, Voegel, Fruechte?
Wir hatten uebrigens neulich Kiwis mit dem Aufkleber 'Bio nach EG-Oeko-Verordnung' - ob das Reimporte von Deutschland sind? Aber schmecken tun die zehnmal besser als in Deutschland - wuerde mir auch super gerne welche mitnehmen.