... das fragt die aktuelle Ausgabe des WissensWert Blog Carnivals Nr. 10. Tja, diese Frage stelle ich mir auch das ein oder andere Mal, wenn wir nach unseren Teamsitzungen mal wieder völlig entnervt das Headset weglegen oder während einer Online-Weiterbildung die Technik zusammenbricht. Ohne Probleme geht's leider (immer) noch nicht, dennoch kann ich in der Online-Kommunikation mit Kolleginnen/Kollegen, Lehrenden oder Lernenden Mehrwerte erkennen. Ich möchte dafür mal ein paar Beispiele aus meinen Erfahrungen geben:
Teamsitzungen in standortübergreifenden Projekten
Sowohl im Projekt RuhrCampusOnline als auch in E-Learning NRW finden (regelmäßige) Team- oder AG-Sitzungen via Skype oder Adobe Connect statt. Der eindeutige Vorteil liegt in der eingesparten Fahrtzeit. Nachteilig wirken sich aber immer wieder die fehlenden Kommunikationskanäle aus - es entstehen wesentlich schneller Missverständnisse. Frust kommt auf. In Konfliktsituationen ist es schwierig, neutral und sachlich zu bleiben, aber schon die kleinste Emotion kann das Fass zum Überlaufen bringen. Für die Moderation (die in solche Sitzungen zwingend erforderlich ist), ist das eine enorm große Herausforderung. Leichter wird es dann schon, wenn neben den wöchentlichen Online-Termine in ebenfalls regelmäßigen, aber etwas größeren Abständen, Präsenzsitzungen hinzukommen. Potentielle Konfliktthemen - Themen mit hohem Diskussionsbedarf - können dann direkt auf diese Sitzungen ausgelagert werden. Damit dauern die Präsenzsitzungen meist auch automatisch länger, was aber auch die Fahrt wieder rechtfertigt. Eine Lösung, mit der wir ganz gut arbeiten können.
Online-Weiterbildungen aus Trainerinnensicht
Im Rahmen von RuhrCampusOnline fördern wir Blended Learning - wir wollen Studierenden eine größere Fächervielfalt bieten, ohne sie einmal pro Woche über die A 40 an die Nachbaruni zu jagen. Für Blended Learning gibt's natürlich viele Szenarien, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte. Einige der so entstehenden Kommunikationsanlässe (z.B. die Organisation von Gruppenarbeiten) lassen sich besser synchron klären. Viele Lehrende kommen dann immer noch gerne mit dem Chat an. Der Voicechat eignet sich aber doch sehr viel besser - erfordert aber auch noch ganz andere Fähigkeiten. Hierzu führen wir Weiterbildungen durch - natürlich online, um nicht nur die Technik, sondern auch die "andersartige" Kommunikation selbst zu erleben. Die Technik steht an erster Stelle, wer sich diese nicht erschließen kann, hat bereits verloren. Aber das reicht nicht - es muss auch ein Verständnis für die geänderten Kommunikationskanäle her und das Wissen darüber, wie fehlende Kommunikationskanäle kompensiert werden können.
Lerngruppentreffen
Durch Educational Media habe ich regelmäßige Online-Lerngruppentreffen kennen und schätzen gelernt. Klar, im Rahmen eines Onlinestudienprogramms, an dem Menschen aus Deutschland und Europa teilnehmen, lassen sich keine regelmäßigen Vor-Ort-Treffen einrichten. Insofern zieht auch hier wieder das Argument mit den unterschiedlichen Lern- und Arbeitsorten. Aber für mich war es nicht nur das - mir selbst haben die Treffen sehr viel Halt und Struktur gegeben. Trotz der vielen Kilometer zu den anderen entstand ein Gruppen- und Zusammengehörigkeitsgefühl, das größer war als in meinem ersten Präsenzstudium. Das Resultat: Auch für den Promotionsprozess haben wir uns in einer kleinen Gruppe zusammengeschlossen und tauschen uns regelmäßig online aus.
Online-Konferenzen sind ganz klar anders, aber für mich keineswegs schlechter. Die drei mir am wichtigsten Erfahrungen lauten: