Nach langer Pause habe ich es letztes Wochenende sogar gleich zweimal ins Kino geschafft. Nach "In meinem Himmel" habe ich mir "Invictus" angesehen, den aktuellen Film von Regisseur Clint Eastwood. Der Name des Films basiert auf den Titel eines Gedichts von William Ernest Henley, welches dem ersten schwarzen Staatspräsidenten Südafrikas Nelson Mandela (Morgan Freeman)während seiner Haft Kraft gegeben haben soll.
Anders als zu erwarten, handelt es sich allerdings nicht um eine Mandela-Biografie, sondern um ein (zumindest mir unbekanntes) Stück Sportgeschichte Südafrikas. Mandela hat die vereinenden Kraft des Sportes erkannt und diese genutzt, um die Menschen seines Landes aufeinanderzuzuführen, die Mitte der Neunziger trotz Abschaffung der Apartheit diese immer noch lebten.
1995 fand in Südafrika der 3. Rugby World Cup statt. Trotz Gastgebervorteil wird den Springboks dabei noch nicht einmal eine Außenseiterchance zugerechnet. Eine Tatsache, die die überwiegende Mehrheit des Landes nicht weiter kümmert. Die Springboks werden nur von den Weißen favorisiert, eine Lobby der Schwarzen setzt sich für neue Trikotfarben und neuen Mannschaftsnamen ein. Mandela verhindert dies. Er weigert sich, die gleichen Mittel wie einst die Weißen zu verwenden und propagiert stattdessen seine Politik der Versöhnung. Ihm ist es ein Anliegen, dass die Springboks den World Cup holen. Dazu spricht er mit Teamcaptain Francois Pienaar (Matt Damon) und teilt ihm mit, dass ein Sieg der beste Beitrag zur Völkerverständigung sei. Wie es weiter geht, kann man sich denken. Die Südafrikaner stehen schließlich gegen die favorisierten All Blacks (und wieder ein Stückchen Neuseeland :-)) im Finale und gewinnen nach einer Verlängerung mit 15:12.
Der Film schildert auf sehr unterhaltsame Weise ein beeindruckendes Stück Geschichte, mit dem ich mich bisher nicht auseinandergesetzt hatte. Und gleichzeitig erinnert er an unser "deutsches Sommermärchen" von 2006 und schürt die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft, passenderweise dieses Jahr aus Südafrika. Eine tolle Kombination, die ich wirklich weiter empfehlen kann.