Jade, Penguins & Pancakes - von der Westküste entlang des Buller River hoch nach Motueka

Fahren steht auf dem Programm - wir wollen in den Norden der Südinsel zum Abel Tasman Nationalpark. Unsere Route führt uns vorbei an den Pancake Rocks - unsere nächste Station. Aber den ganzen Tag im Auto sitzen ist natürlich auch langweilig, dafür gibt es dann doch zu viele spannende Stationen unterwegs.

Unseren ersten Zwischenstop legen wir daher in Hokitika ein, einer ehemaligen Goldgräber- und jetziger Jadestadt. Ein Abstecher, der sich wirklich gelohnt hat. Die Stadt erweckt den Eindruck, man tauche in den wilden Westen ein - es fehlte lediglich an dem Salon und seiner schwingenden Tür. Stattdessen gibt es viele kleinere Jadeboutiquen und Galerien, durch die sich das Bummeln durchaus lohnt. Ich empfehle, den Stadtbummel mit der homemade Icecream zu versüßen - das Eis wird in einer Maschine direkt mit den ausgewählten, gefrorenen Früchten gemischt - so wird auch ein Kiwieis schon mal rot, wenn die Vorgängerin sich für Brombeeren entschieden hatte ;-). Nach den Gletschern treffen wir hier zum ersten Mal wieder auf die Tasman Sea - ein kurzer Strandspaziergang ist natürlich obligatorisch. Die ersten Steine werden gesammelt - einige scheinen kleine Goldpartikel in sich zu tragen, andere ähneln der dort häufig zu findenden Jade.

Und weiter geht's. Greymouth soll unser nächster Zwischenstop werden. Auf dem Weg dorthin tauchen die ersten Warnschilder für Pinguine hin. Der "Blue Penguin" ist hier an der Küste beheimatet. Aber trotz der vielen Warnung, auf Pinguine zu achten, uns ist keiner über den Weg gelaufen - leider.

Greymouth selbst ist dann weniger berauschend. Zwar gibt es auch hier schöne kleinere Galerien, in denen es sich lohnt, umzuschauen, das Stadtbild selbst wirkt aber eher etwas herunter gekommen. Stattdessen nutzen wir die Gelegenheit, einzukaufen - hier soll's einen großen Supermarkt geben, das muss genutzt werden. Außerdem prüfen wir mal wieder unsere Finanzen - der Lonely Planet warnt uns davor, dass hier die letzten Geldautomaten für längere Zeit stehen. Außerdem wird der Tank aufgefüllt, wer weiß schon, wann die nächste Tankstelle unseren Weg kreuzt.

Und weiter geht's. Am frühen Abend erreichen wir die Pancake Rocks. Ein kleiner Rundweg mit etlichen Aussichtsplattformen führt durch die eigenartige Felsformation, die aussieht wie übereinander gestapelte Pfannekuchen. Einer unserer ersten Kommentare: "Die hab ich mir irgendwie spektakulärer vorgestellt!". Aber man sollte sich nicht durch den ersten Eindruck täuschen lassen. Einfach den Rundweg weiter gehen, bis die nächste Plattform kommt. Es werden zunehmend mehr und auch höhere Pfannkuchentürme, die vor einem auftauchen. Und letzlich kommen dann auch die Blowholes, durch die die tosende Tasman Sea hochspritzt (daher unbedingt bei Flut die Pancake Rocks besichtigen). Nachdem unzählige Fotos geschossen waren, geht's schnell weiter zum Punakaiki Beach Hostel, welches sich nahezu direkt am Strand befindet. Aufgrund seiner Lage eines meiner Lieblingshostel, in denen wir genächtigt haben. Außerdem kann man hier hervorragendes "whole wheat bread" kaufen - welch erfreuliche Abwechslung zum Pappbrot aus den Supermärkten. Nach dem Essen gehen wir noch mal kurz an den Strand, frische Meeresluft schnuppern - und obwohl Silvester schon ein paar Tage zurückliegt, bekommen wir hier nun sogar noch unser Feuerwerk geboten.

Am nächsten Tag führt unsere Route uns dann weiter Richtung Westport und von dort aus den Buller River entlang hoch in den Norden nach Motueka. Westport selbst lohnt für einen Zwischenstop kaum. Etwas spektakulärer ist da schon die "Buller Gorge Swingbridge" direkt an der SH6 wenige Kilometer vor Murchison gelegen. Dort machen wir halt und zahlen den Eintritt dafür, über Neuseelands längste Swingbridge gehen zu dürfen. Ich muss wahnsinnig gewesen sein! Im Vergleich zu den Hängebrücken, die uns vorher auf den Tracks im Fiordland begegnet sind, wackelt diese  für meinen Geschmack viel zu sehr hin und her. Und die ganz Verrückten können hier auch noch mit einer Seilbahn über die Buller fahren (wobei diese Variante deutlich schneller ist und damit der Leidensweg verkürzt wird). Naja, drüben angekommen, wird das kleine Waldgebiet mit seinen Kurzwanderwegen erkundet. Meine Begleiterinnen zieht es mal wieder zu den Wasserfällen. Als ich mit meinen Füßen fast im Schlamm versinke, gebe ich jedoch auf und lasse sie allein weiterziehen. Das Warten verbringe ich fotografierend unter blauem Himmel und wärmender Sonne :-). Dann zurück zum Auto - noch mal muss ich über die Swingbridge gehen und bereue meinen Abenteurerdrang.

In Murchison machen wir anschließend eine Pause. Wir vertrauen dem Lonely Planet und entscheiden uns für das Rock Snot Café. Endlich am hinteren Ende des Ortes gefunden, können wir in der Tat die tolle Lage des Cafés dirrekt am Fluss genießen. Die Pizzen dauern etwas lange, sind aber lecker und machen uns satt und zufrieden. Gut gestärkt nehmen wir unsere letzte Tagesetappe nach Motueka in Angriff, wo wir im White Elephant, einer Kolonialzeit-Villa, übernachten. Erstmals müssen wir beim Einchecken eine ID zeigen und werden anschließend mit "Ach, dann können wir ja auch deutsch reden" begrüßt. Deutsche Auswanderer betreiben dieses stilvolle Hostel,  dessen dorms zur Abwechslung herrlich viel Platz bieten. Da wir von unseren Pizzen noch absolut satt sind, entscheiden wir, nicht mehr zu kochen. Stattdessen begeben wir uns auf Entdeckungstour und kehren für einen Nachtisch noch ins Gothic Gourmet, eine umgebaute Kirche, ein. Auf dem Rückweg bewundern wir die klare Sternennacht - noch nie habe ich so viele Sterne am Himmel gesehen. Einer der vielen Momente, in denen wir aus dem Staunen nicht heraus kommen.

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