Polizeikontrolle und Straßensperrung - unsere Reise von Queenstown via Haast zum Fox Glacier

Mit dem Live-Blogging hat's nun nicht so ganz geklappt, dafür mit dem Jetlag umso mehr (falls ich gestern noch behauptet haben sollte, ich hätte keinen - das stimmt nicht!!!). Ich nutze also mal meine Wachphase am frühen Morgen, um schnell über das nächste Stückchen Weg zu berichten.

Wie schon berichtet, startete unsere Südinsel-Rundtour in Te Anau und führte uns am ersten Tag nach Queenstown. Leider sind wir erst ziemlich spät in Te Anau los gekommen - Auto fertig machen und Verabschiedungen standen noch auf dem Programm. Dann knapp zwei Stunden Fahrt. Und direkt auf unserer ersten Fahrt fingen wir schon damit an, uns Zeit zu nehmen. Immer wieder legten wir kurze Stopps ein, um die Landschaft zu genießen, Fotos zu machen. Wir hatten traumhaftes Wetter, der Lake Wakatipu strahlte in einem leuchtenden Blau, die rot-braunen Berge an den Rändern schienen wie gemalt. Vor Queenstown wollten wir dann noch auf die Kelvin Heights - laut dem neu erworbenende Lord of the Ring Guide sollte dort ein weiterer Drehplatz versteckt sein. Nachdem wir die Halbinsel allerdings mehrfach abgefahren hatten und keinen Weg gefunden hatten, um auf die Höhen herauf zu kommen, wandten wir uns an eine Anwohnerin, die uns mitteilte, dass das Gelände mittlerweile in Privatbesitz wäre. Schade, dann also weiter nach Queenstown. In der Stadt selbst haben wir nur ein, zwei Stunden verbracht. Leider sind wir auch nicht mit der Skyline Gondola gefahren, die einen tollen Blick über die Stadt und die umliegenden Berge und den Lake Wakatipu bieten muss. Stattdessen trieb es uns weiter in Richtung Glenorchy, wieder auf der Suche nach weiteren Drehplätzen. Auch diese haben wir nicht gefunden, bzw. waren leicht enttäuscht. Letzendlich haben wir uns ein nettes Plätzchen gesucht und ein Abendpicknick genossen. Die Sonne ging schon langsam unter, die Berge sahen immer mehr danach aus, als seien sie nur gemalt. Als es schon fast dunkel war, haben wir uns schnell wieder ins Auto gesetzt - unser erstes Hostel hatten wir nämlich in Wanaka und nicht in Queenstown gebucht.

Auf dem Weg nach Wanaka hatten wir dann auch noch unsere erste, und einzige, Polizeikontrolle. Ist etwas unheimlich, wenn mitten im Nirgendwo auf einmal hinter einem Blaulicht angeht, Sirenen aufheulen und man via Lautsprecher zum Anhalten gebeten wird. Unsere Fahrerin musste dann ihren Namen in ein kleines Gerät sagen, durfte noch einmal bestätigen, dass sie nichts getrunken hatte und schon durften wir weiter. Sie wollten keinen Führerschein seine, keine Verbandskastenkontrolle oder sonst irgendwas. Lediglich eine Alkoholprobe - kann ich mir in Deutschland kaum vorstellen.

Die Straße führte uns dann über einen kleinen Pass direkt nach Wanak - es war die kürzere, aber vermutlich deutlich kurvenreichere und schlechter ausgebaute Strecke, die wir gewählt hatten. Ich glaube, irgendwann um Mitternacht erreichten wir endlich unser Hostel. Zum Glück wurde der Schlüssel für uns in einem Briefkasten hinterlegt - unsere späte Ankunft war somit kein Problem. Schnell ging's ins Bett.

Am nächsten Tag dann der Regen. Wanaka selbst haben wir uns gar nicht angeschaut. Wir sind lediglich dem Schlechtwettertipp des Lonely Planet gefolgt und haben der Puzzling World einen kurzen Besuch abgestattet. Aber so beeindruckend fand ich es dort nicht - und bei Regen durch einen Outdoor 3-D-Irrgarten irren, macht auch nicht wirklich Spaß (zumindest nicht, wenn man direkt am Anfang erstmal erfährt, dass die durchschnittliche Verweildauer bei ca. 1,5 Stunden liegt - wir haben gemogelt und waren letztlich schneller).

Dann ging's weiter. An diesem Tag wollten wir eigentlich den Fox Glacier ereichen. Daher sind wir via Haast Pass nach Haast gefahren und von dort aus mehr oder minder direkt an der Tasman Sea entlang weiter zum Gletscher. In der Zwischenzeit regnete es sich ein. Die Wasserfälle, an denen wir auf der Strecke über den Pass vorbeikamen, waren wild und sehr beeindruckend. Auch die Flussbetten, die wir überquerten, waren voller wilder Ströme. Das war der Moment, in dem ich begriff, dass die langen Brücken, die über die oft leeren Flussbetten führen, tatsächlich erforderlich sind. Immer häufiger stand das Wasser nun auch auf der Straße. Es folgte ein Flodding Schild nach dem nächsten. Konzentriertes Fahren war angesagt. Und plötzlich stauten sich die Autos und Camper. Irgendwas stimmte nicht. Ich zog mir schnell meine Boots und meine Regenjacke an und erkundete die Lage. Ein paar hundert Meter vor uns war die Straße komplett überflutet, neben Wassermassen hatte wurde auch jede Menge Geröll mittransportiert. Schnell war klar, da kommen wir so bald nicht durch. Was nun? Wie so oft auf der Südinsel hatten wir dort, wo wir waren, kein Mobilfunknetz. Sollten wir warten oder zurück fahren? Reichte unser Tank noch aus? Bis nach Haast waren es ca. 100 Kilometer zurück - dazwischen gab es nur einzelen Häuser, aber keinen Ort, keine Tankstelle. Wir entschieden uns recht schnell, den Rückweg anzutreten - bloß keine Zeit verlieren. Zurück in Haast hatten wir Glück, viele Unterkünfte waren schon ausgebucht. Wir bekamen noch das letzte freie Zimmer im Aspiring Court Motel und erkundigten uns erstmal danach, wie lange wir denn nun mit einer Straßensperrung rechnen müssten (eine längere Sperrung hätte eine komplette Änderung unserer Route bedeutet, worauf keine von uns wirklich Lust hatte). Die Antwort, die wir bekamen, war leider wenig erfreulich - es kann ganz schnell gehen, es kann aber auch bis zu vier Tagen andauern. Wir hatten Glück: Die Straße wurde noch am gleichen Abend wieder geöffnet. Wir blieben nun aber natürlich in Haast, beschlossen, am nächsten Tag mal wieder ganz früh aufzustehen, um gegen 9 Uhr am Gletscher zu sein, um an der geplanten Ganztagestour teilzunehmen. In der Nacht regnete es dann wieder. Vorsichtshalber habe ich dann am nächsten Morgen doch noch mal die Straßenlage im Internet (www.aa.co.nz) gecheckt, aber eine Sperrung war nicht in Sicht, also ging's weiter.

Auf dem Weg dort hin konnten wir dieses Mal auch endlich die Tasman Sea sehen, am Tag vorher war sie komplett im Dunst verschwunden. Außerdem blieb noch genug Zeit für einen kurzen Fotostopp an einem kleinen Küstenabschnitt, an dem etliche Touristen kleine Steinhaufen ("Geisterhäuser") errichtet hatten. Dann aber schnell weiter.

Am Fox Glacier angekommen, haben wir uns mal wieder direkt zum Check in begeben (man muss sich in Neuseeland eigentlich immer und überall zum Check in begeben). Anschließend ging's in die Umkleidekammer, wo wir Gletscherfest gemacht wurden (sofern erforderlich, erhielt man dort Schuhe, Regenbekleidung, Handschuhe und Mütze und sogar Rucksäcke wurden angeboten - natürlich alles im Preis enthalten). Mit einem kleinen Bus wurden wir dann zum Gletscher gefahren. Von dort ging es dann zu Fuß direkt neben dem Gletscher durch Wasserläufe und Regenwald hoch, zu einer Stelle, von der aus wir dann das Eis betreten konnten. Kurz vorher erhielten wir dann noch Spikes für die Schuhe und einen Gletscherstab, der zusätzlichen Halt bieten sollte. Und los ging's - sehr langsam waren wir unterwegs, da unsere Führerin immer wieder neue Stufen auf den Gletscher für uns schlug. Bis zum Lunch war es durch diese vielen Stopps, in denen wir leider nur warten konnten, ein kurzer und vor allem kalter Weg. Meinen zwei Begleiterinnen wurde es zu kalt, nasse Füße ließen ihre Körper frieren, sie fragten, ob sie vorzeitig aussteigen könnten. Sie wurden abgeholt, für mich ging es noch weiter auf den Gletscher rauf und in kleine Gletscherspalten hinein. Das Wetter hatte sich noch immer nicht so ganz erholt; immer wieder regnete es. Mit der zusätzlichen Kälte konnte ich daher kaum Fotos machen und habe um so mehr das Erlebnis genossen. Wiedermal war ich beeindruckt von den Farben. Das Eis des Gletschers war keineswegs nur weiß bzw. schmutzig, sondern schimmerte in den verschiedensten Blautönen. Mir fiel der Begriff "Gletscherblau" ein - jetzt weiß ich, was damit gemeint ist. Die Tour dauerte insgesamt ca. 7-8 Stunden, ich freute mich auf die abendliche Dusche, die anderen beiden kümmerten sich um unser Abendessen, bevor wir dann Pläne für die kommenden Tage schmiedeten.

Am nächsten Tag machen wir uns dann in Richtung Punakaiki zu den Pancake Rocks auf den Weg.

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