Nachdem ich den thematisch ähnlichen französischen Film "Public Enemy No. 1" mit Vincent Cassel als Jacques Mesrine schon verpasst hatte, sollte es nun zumindest das amerikanische Pendant mir Johnny Depp als John Dillinger sein. Leider kann ich aber nicht wirklich sagen, dass sich dieser Ausflug in die Filmwelt für mich gelohnt hat.
Im Film wird das Leben von John Dillinger dargestellt, der in den 30ger Jahren mit enormer Gerissenheit Banken ausgeraubt hat. Mag man dem Film glauben, dann wurde das FBI wegen Dillinger gegründet, um bundesweit nach dem gewieften Dieb zu suchen und ihn dingfest zu machen.
Der Film ist gar nicht schlecht gemacht, genial fand ich sogar, dass er an einigen Stellen durch eine geänderte Kameratechnik durchaus dokumentarisch wirkte. Gelungen fand ich ebenfalls eine kleine Szene kurz vor Schluss, in der Dillinger dreist in die Büroräume des für ihn eingerichtete Sondereinsatzkommandos geht und die vor dem Radio hängenden Gesetzeshüter nach dem Spielstand fragt. Auch an Johnny Depp gibt's nichts auszusetzen. Er macht seine Sache gut und mimt sehr glaubwürdig den äußerst selbstbewussten, durchtriebenen aber auch brutalen Bankräuber. Obwohl er den "Bösen" spielt, ist er eindeutig der Sympathieträger, was mich als Zuschauerin immer wieder an meinen Werten erschauern lässt.
Nichtsdestotrotz - ich fand den Film mit 140 Minuten zu lang. Mindestens drei Schießereien vor dem eigentlich Ende hätte ich mir das Ableben des Helden gewünscht - dass es so kommt, war ja bekannt. Aber vielleicht lag's auch einfach nur an dem genialen Sommerwetter, welches sich besser für den Biergarten als den Kinosaal geeignet hätte. Ich weiß es nicht so recht.