Ruhr-Atoll - Designkiosk - Day of Song

Der letzte Samstag war bei mir ein Ruhr.2010-Tag. Gleich (an) drei Projekte(n) habe ich gemeinsam mit Freunden aus OWL erkundet, gesucht, teilgenommen.

Bei herrlichem Wetter stand als erste Station das Ruhr-Atoll auf dem Essener Baldeneysee auf unserem Programm. Glücklicherweise hatten wir ein Tretboot im Vorfeld reserviert, wodurch wir entgegen der spontanen Besucher/innen ohne zweistündige Wartezeit auf's Böotchen durften. In einer dreiviertel Stunde haben wir dann die vier bisher vorhandenen Kunstinseln umrundet und teilweise auch betreten. Zuerst waren wir beim "Projekt zur nachhaltigen Erhaltung der natürlichen Ressourcen", bei dem Wasser aus dem See herausgepumpt, analysiert und anschließend wieder in den See hineingepumt wird - leider war die Pumpe kaputt. Dennoch ist dieses begehbare Atoll eines der schöneren Objekte. Anschließend ging's zum "Iceberg", in dessem Inneren man auf die Datenmengen einer Polar-Forschungsstation stößt. Schnell geht's weiter zum Teehaus, welches man leider nur auf dem Wasser umrunden kann. Diese Insel steht für die vier menschlichen Grundbedürfnisse nach festem Boden unter den Füßen, einem Dach über dem Kopf, Wasser und Nahrung. Als letzte Insel haben wir noch das U-Boot betreten, welches von außen als Kriegswaffe wahrgenommen wird, von innen wie eine Meditationsstätte wirkt - der Spruch "Ich kann, weil ich will, was ich muss" wird durch transparente CNN-Nachrichtenbilder lesbar.

 

Nach einem erfrischendem Eis haben wir uns dann auf die Suche nach einem Designkiosk begeben. Hierbei handelt es sich um herrlich unspektakuläres Ruhr.2010-Projekt, welches hervorragend in das alltägliche Ruhrgebiet integriert wurde. In insgesamt 30 Kiosken gibt es zurzeit kleine Designartikel zu kaufen. Aus einer Auswahl von 30 verschiedenen Artikeln hat jeder Kiosk nach dem Zufallsprinzip neun Designerstücke zum Verkauf vorrätig. Außderdem ist jedem Kiosk eine/r von 30 Designerinnen/Designern zugeordnet, die/der dort zusätzlich eigene Stücke ausstellen darf. Damit wird ein kleines, unscheinbares Büdchen tatsächlich zu einem kleinem Magnet für Kulturinteressierte. Tolle Idee!

Unser Finale fand dann Abends auf Schalke statt, wo wir Teilnehmer/innen des großen Abschlusskonzert vom Day of Song waren. Mit über 60.000 anderen singbegeisterten Menschen (und dazu mag ich mich eigentlich noch nicht mal zählen, so unmusikalisch, wie ich bin) haben wir den Künsten von Bobby McFerrin ("Don't worry - be happy") gelauscht, mit dem belgischen Mädchenchor Scala ("Schrei nach Liebe") gesungen, mit den Wise Guys Party gemacht, Volkslieder und Kanons ("Hejo, spann den Wagen an") geträllert. Die Zeit ist im Flug vergangen, so beschäftigt war ich damit, zu beobachten, was auf den Bühnen passiert, aufzupassen, wann unser Einsatz kommt und die Texte und Noten schnell zu erfassen. Es ist wirklich beeindruckend, wenn eine solch große Menschemasse versucht, gleichzeitig zu singen. Leider ist dies nicht immer gut gelungen, saßen wir beispielsweise doch recht weit oben und haben teilweise die Einsätze von unten gar nicht rechtzeitg gehört. Ebenfalls schade, dass Herbert Grönemeyer als Texter der Ruhr.2010-Hymne nicht selbst vorbeigeschaut hat und der Kanon "Hejo, spann den Wagen an" meines Erachtens nach viel zu kurz gesungen wurde (gerade der hat so viel Spaß gemacht!). Dennoch Hut ab vor den vielen Dirigenten - allen voran Initiator Steven Sloane - die es geschafft haben, so viele Menschen gleichzeitig zu dirigieren. Es sah von oben sehr komplex aus.

Trackback URL for this post:

http://www.nicoleengelhardt.de/trackback/1146