Salami Aleikum

Nee, wat ist dat für een scheener Film. Klein und unscheinbar, aber er lohnt sich: Salami Aleikum.


Ein kleines, (ost-)deutsches Märchen wie aus 1000 und einer Nacht mit viel Sinn für kleine Spielereien. Der deutsch-Iraner Mohsen (Navíd Akhavan) soll eines Tages die elterliche Metzgerei übernehmen, kann aber keinem Tier etwas zu Leide tun. Als er für seinen kranken Vater einspringen muss, geht er auf den Deal eines Polen ein, der ihm günstig geschlachtete Schafe verspricht, die Mohsen nur noch abzuholen braucht. Also auf ins Auto Richtung Polen. Dort kommt er aber so schnell nicht an, denn der Wagen verreckt ihm mitten im ostdeutschen Nirgendwo. Die Werkstatt ist schon dicht, also muss er übernachten in dem Kaff, in dem Ausländer nicht gern gesehene Gäste sind. Dann lernt er Ana  (Anna Böger), ehemals ein ostdeutsches Kugelstoßtalent, mittlerweile Besitzerin der einzigen Autowerkstatt weit und breit und außerdem Tochter des Dortwirts (Wolfgang Stumph), der einst Vorarbeiter in der ortsansässigen und längst abgewickelteten Textilfabrik war. Mohsen verliebt sich in Ana, gibt sich als aus der Textilbranche kommend aus - Verwirrungen und Verwechslungen nehmen ihren Lauf.

Einige Kritken schreiben davon, es handle sich bei Salami Aleikum um die deutsche Antwort auch "Die fabelhafte Welt der Amélie". Der Gedanke ist nicht verkehrt, aber irgendwie ist Salami Aleikum noch mehr. Klischees über Ostdeutsche und Ausländer werden liebevoll in einem Film verpackt und mit märchenhaften Träumen aus 1000 und einer Nacht versehen. Und gleichzeitig wird das Klischee des starken Mannes und der schwachen Frau aufgehoben und erhält mit einem Tagebuch-strickenden Hauptdarsteller und einer Wände-durchwerfenden Hauptdarstellerin einen ganz eigenen Charme. Harmonisch gleitet die Geschichte von einer Turbulenz zu nächsten, immer mit einem Augenzwinkern, viel Humor und Mitgefühl für die beiden Liebenden.

Alles in allem ein kurzweiliger Sommerfilm für die schon etwas kürzeren und vielleicht auch kühleren Abende.

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