Sekt um elf - Silvester einmal anders

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Von Rotorua aus fahren wir nach Te Puke, die Kiwihauptstadt, nahe der Bay of Plenty. Im Kiwi360 - wir sind mal wieder extrem touristisch unterwegs - fahren wir erst in einer Kiwi-Bimmel-Bummelbahn durch die Obst- und Kiwiplantagen, probieren uns anschließend durch Kiwimarmeladen, -saft und alkoholische Derivate und erwerben schließlich neben dem bereits erwähntem grünen Brotaufstrich und einer flasche grünem Getränk noch einiges an (teils grünen) Schmuck.

Es ist erst Mittag und wir haben noch keine Lust, zurück nach Rotorua zu fahren. Stattdessen lockt der Pazifik, wir fahren nach Whakatane. Wir versuchen, noch eine Schiffstour zu den Delfinen zu erwischen, dafür aber sind wir zu spät. Stattdessen lassen wir uns einen Spaziergang an der Otarawairere Bay empfehlen. Ein Gang, der sich wirklich lohnt. Das Auto parken wir direkt in einer Siedlung, von der aus ein kleiner Weg durch den Wald (HÖREN) direkt hinunter zur Bucht führt. Schon allein dieses Stück lohnt sich, die Bucht, menschenleer wie so oft in Neuseeland, einfach nur traumhaft. Die starke Brandung (HÖREN) lässt die rund geschliffenen Muschelsplitter knistern. Nichts wie Schuhe aus und das Wasser genießen. Ich genieße die Bucht mit allen Sinnen - fühle die warme Sonne auf meinen Armen, lausche dem Rauschen und Knistern, kann mich an den geschliffenen Muscheln, Schnecken und Steinen nicht sattsehen, spüre das Wasser an meinen Beinen. Einfach herrlich.

Für den nächsten Tag planen wir unsere erste längere Wanderung. Wir wählen den Eastern Okataina Walkway entlang das nahegelegenden Lake Okataina - es ist zwar ein one-way-and-return-walk, soll sich aber dennoch lohnen. Und auch hier sind wir gut beraten. Einsam wandern wir einen kleinen Pad am See entlang, mal direkt am Ufer mit Zugang zu kleineren Buchten, mal weiter oben durch den Wald. Auf unserer insgesamt sechsstündigen Tour begegnen uns gerade mal zehn andere Wanderer - in Deutschland ist so etwas kaum vorstellbar. Ich genieße die Natur und ihre tollen Konzerte, die sie uns beschwert (HÖREN).

Erschöpft kehren wir am späten Nachmittag zurück. Aber an ein frühes zu Bett gehen ist nicht zu denken - es ist Silvester. Wir ruhen daher nur kurz aus, besorgen uns eine Flasche Sekt und gehen Essen - thailändisch - in Neuseeland gibt es jede Küche der Welt, nur die neuseeländische sucht man vergebens. Während wir auf das Essen warten, zieht eine Dudelsackkapelle (HÖREN) von Restaurant zu Restaurant. Anschließend wagen wir uns zum Seeufer vor - wir geraten in ein riesiges Volksfest. Ich hatte ja mit vielem gerechnet, aber nicht mit solchen Massen. Ich habe erstmals verstanden, dass in Rotorua vielleicht doch 70.000 Menschen leben könnten - bisher war von denen nur nie etwas in Sicht. Einige Live-Bühnen sorgen für Stimmung (HÖREN). Wir sind aber zu müde, um uns in die Massen zu stürzen und suchen und ein leeres Bänkchen direkt am Ufer. Dort warten wir Mitternacht ab. Gegen elf wird's immer kälter und mir dämmert es, dass es in Neuseeland sogenannte "alcohol ban areas" gibt - unser Sekt ist in Gefahr. Wir beschließen daher, den Sekt bereits frühzeitig gegen die Kälte zu trinken - eine gute Entscheidung, denn ab halb zwölf wird es voll um uns herum. Wir haben den perfekten Platz auf das vom See aus startende Feuerwerk ergattert . Wir zählen ein (HÖREN) und staunen über die Lichter und Funken über unseren Köpfen. Ich warte sehnsüchtig auf den Drachen (der dann leider doch ausbleibt - nichtsdestotrotz steht das Feuerwerk dem von Gandalf in nichts nach - was vermutlich nur der Eindruck einer völlig übermüdeten Wanderin ist). Nachdem das letzte Himmelsglitzern erloschen ist, geht's schnell ins Bett.

Am nächsten Tag fahren wir dann weiter - die Vulkane warten.

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