Standing Ovations - dreifache Zugabe! Nein, es handelt sich hier nicht um ein Led Zeppelin Konzert, sondern um ein aktuelles Stück des Düsseldorfer Schauspielhauses.
"Auf der IMRG, der internationalen Messe für den richtigen Glauben, bereiten sich die fünf klassischen Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddismus und Judentum auf den Besucheransturm vor. Unter dem Übertitel „We believe“ werden Infotresen aufgebaut, um in friedlicher Eintracht für den jeweiligen Glauben zu werben. ..."
Der Dialog des Stücks besteht nahezu komplett aus Gesang. Mit Songs wie "Sweet Bitter Symphony", "Highway to Hell", "She is the one", "Imagine", vielen, vielen anderen und natürlich auch "Stairways to Heaven" wird die komplette Geschichte erzählt. Immer wieder geraten die unterschiedlichen Glaubensanhänger miteinander in Konflikte und schaffen es dann doch auch wieder, sich auf den eigentlichen Grund, die große Ökumene, zu besinnen. Bis dann der einzige Messebesucher kommt und anschließend eine weitere Ausstellerin, die als Reaktion auf "We believe" mit "ich nicht" antwortet.
"Was folgt ist mehr als nur ein musikalisches Feuerwerk."
Gefallen hat mir nicht nur der Gesang, der sich echt hören lassen konnte (wobei ich zugegebenermaßen kein musikalischer Mensch bin und ich oft und schnell dieser Meinung bin ;-)). Toll fand ich auch das sehr gut aufeinander abgestimmte Ensemblespiel. Der Spaß, den die Schauspieler/innen hatten, war nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar.
Vieles hat mich an meine alten Clowns-Zeiten erinnert, in der ebenfalls die Ensemblearbeit immer im Mittelpunkt stand. Die Herausforderungen, die dieses Zusammenspiel an jede/n einzelne/n Schauspieler/in stellt, sind meiner Meinung nach wesentlich höher, als wenn es "nur" darum geht, einen Monolog oder Dialog "aufzusagen". Und diesen Herausforderungen war das Ensemble wahrlich gewachsen. Immer wieder habe ich mich von den im Zentrum der Handlung stehenden Personen abgewendet und einen Blick auf die "Randpersonen" gewagt, die in diesen Zwischenzeiten teilweise die viel größeren Rollen gespielt haben. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen. Vor allem wegen des perfekten Spiels, aber auch, weil mit viel Witz ein durchaus brisantes Thema geboten wurde.