Stellungswechsel

Dieser Film wäre glatt an mir vorbei gerauscht, hätte mir nicht Anfang der Woche eine Freundin, die meine Vorliebe für deutsche Filme kennt, davon erzählt. Einen Tag später habe ich dann gesehen, dass dieser Film heute in einem Düsseldorfer Kino läuft und anschließend ein Teil des Filmteams vorbei schaut. Also habe ich spontan entschlossen, dass ich diese Woche noch einmal ins Kino gehe (hat sich seit langem mal wieder etwas geballt).

Stellungswechsel, ein Film von Maggie Peren, nimmt ein ähnliches Thema auf, welches auch schon in Ganz oder Gar nicht für humorvolle Unterhaltung gesorgt hat. Dem arbeitslosen Philologen Frank werden auf dem Arbeitsamt 150 EUR pro Stunde angeboten. Da er seiner Freundin treu ist, nimmt er das Angebot nicht an, erzählt aber seinen Kumpeln davon. Und da es denen finanziell gerade auch nicht so gut geht, ist die Idee für den Call-Service schon geboren.Von Anfang an dabei sind der Polizist Gy und der Koch Olli. Doch es müssen noch weitere Männer für den Service gewonnen werden, als geht's zum Arbeitsamt. Dort werben die drei den arbeitslosen Vertriebsleiter Gieselherr, der bisher 60 Mitarbeiter unter sich hatte (und damit für 60 Familien verantwortlich war!) und den jungen, recht unerfahrenen Lasse. Und nachdem Franks Freundin ihm einen Seitensprung gesteht, steigt auch er komplett ein.Es ist herrlich mit anzuschauen, wie die fünf unterschiedlichen Männer versuchen, die weibliche Seele zu ergründen, um diese entsprechend deren Wünschen verwöhnen zu können. Ihr besonderer Service: Die Orgasmusgarantie. Gesteigert wird das noch, als nach einem (unerwünschten) Zeitungsbericht endlich das Telefon klingelt und alle fünf ihren ersten Auftrag haben. Jeder ist auf seine Weise tierisch nervös, aber dennoch jeder es, trotz anfänglicher Pannen, seine Kundin zufrieden zu stellen.

Wer deutsche Komödien mag, der wird sich auch von diesem Film sehr gut unterhalten fühlen.

Mein persönliches Highlight kam jedoch erst nach dem Film als Maggie Peren mit Gustav Peter Wöhler (Olli), Kostja Uhlmann (Lasse) und Florian Lukas (Frank) vor den Vorhang trat. Alle vier wirkten super sympathisch und erzählten ein wenig von dem Film und seiner Entstehung (Herbert Knaup (Giselherr) soll angeblich der Kindischste von allen gewesen sein!). Außerdem wurden natürlich Publikumsfragen beantwortet und sogar Publikumsbitten erfüllt. Lachtränen standen mir in den Augen als Gustav Peter Wöhler vor dem gesamten Publikum noch mal seinen Orgasmus vortäuschte.

Und dann stellte das Team Fragen an das Publikum und zu gewinnen gab's Backmischungen und T-Shirts. Auch ich habe einT-Shirt mit dem Spruch "Besser Sex für Geld als kein Sex und kein Geld" abgegriffen - war aber gar nicht so schwer. Bevor die Frage nach Kostja Uhlmanns erstem Kinofilm ausgesprochen war, schrie ich schon die Antwort Sommersturm in den Saal - ist schließlich einer meiner Lieblingsfilme.

So als Resümee kann ich nur sagen, dass ich mir Kino echt öfter so vorstellen könnte: Keine Werbung und ein nettes Gespräch mit den Machern hinterher. Schade nur, dass der Saal nicht ausverkauft war - dass hätte ich den Vieren dann schon gewünscht.

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