Zum vierzigsten Geburtstag des legendären Hippiefestivals taucht Ang Lee's Komödie in unseren Kinos auf - rechtzeitig, um den Sommer angemessen ausklingen zu lassen.
Elliot Teichberg (Demetri Martin), der eigentlich eine Karriere in New York starten will, kehrt zurück auf's Land, um mit den letzten ersparten Dollar das Motel seiner Eltern zu retten. Die Zwangsversteigerung droht. Als Werbemaßnahme plant er - wie bereits in den letzten Sommern - ein kleines Musikfestival, vielleicht ein Streichquartett.
Während Elliot den Kampf gegen die Bank aufnimmt, berichtet die Zeitung erst über die Planung des Musikfestivals im unweitem Wallkill und wenig später über die Absage des Festivals, weil Anwohner sich beschwerten. Elliot, dem bereits die Genehmigung für sein geplantes Musikfestival vorliegt, kommt die Idee, den Veranstaltern die Wiese hinterm elterlichen Motel anzubieten. Doch die ist eigentlich mehr ein Sumpf. Die Planer sind schon drauf und dran, den Rückzug anzutreten, als Elliots Eltern (Imelda Staunton und Henry Goodman) die Gäste noch eben mit kleinen Erfrischungsgetränken beglücken wollen: Kakao, produziert mit der besten Milch der Gegend, der Milch vom Nachbarn Max (Eugene Levy). Die Milch führt zur Kuhwiese des Nachbarn, die für das legendäre Woodstock-Festival geeignet erscheint. Die Vorbereitungen starten, das Headquater wird im Motel der Teichbergs errichtet und die Bank ausgezahlt.
Vom eigentlichen Festival zeigt der Film nichts - alles dreht sich um die einmalige Atmosphäre: Love, Peace & Music.
Insgesamt ist "Taking Woodstock" nett anzusehen. Schrullige Charaktäre wie die jüdischen Teichbergs, Hippie-Organisator Michael (Jonathan Groff) und der Transvestiten Vilma (Liev Schreiber) lassen die Handlung nie langweilig werden, übertreiben es aber auch nicht. Mir gefällt, wie Ang Lee es schafft, die Stimmung einzufangen, ohne in nebensächliche, klischeebehaftete Randgeschichten abzudriften. Keine Liebensgeschichte, kein Drogenskandal, kein Familiendrama. Und das, obwohl all diese Themen gestreift werden. Toll, dass es scheinbar auch mal so geht. Alles in allem macht das 120 Minuten Unterhaltung pur.