Nachdem ich nun in einigen Einträgen über unsere Reiseroute durch Neuseeland berichtet habe, möchte ich nun noch einige Informationen zu spezielle Themen dokumentieren. Den Start mache ich mit dem Thema "Tramping" oder zu deutsch: Wandern.
Gleich zu Beginn: Es lohnt sich aus meiner Sicht nicht, sich den Lonely Planet "Tramping in New Zealand" anzuschaffen. Er gibt nur dürftig Auskunft über größere Walks, sucht man aber mal einen kleinen Daywalk, dann sucht man meist vergebens. Stattdessen lohnt sich die Vorbereitung von zu Hause über die Internetseite des Department of Conservation (DOC) und vor Ort der Gang zu einem der fast in jedem Ort vorfindbaren Büros.
Im Internet findet man wirklich hervorrangende Informationen zu den Great Walks, aber auch zu kleineren Touren. In etlichen Broschüren gibt das DOC Auskunft über die einzelnen Tracks, darin enthalten z.B. mit welchen Wetterbedingungen gerechnet werden muss, was alles in den Rucksack gepackt werden sollte, welches Höhenprofil einen erwartet, aber auch, auf welche Pflanzen und Tiere man unterwegs trifft. Außedem ist darin eine kleine Karte enthalten, die im großen und ganzen auch ausreicht. Die Walks, auf denen wir unterwegs waren, waren immer sehr gut ausgeschildert - abgesehen davon gibt es nur in Einzelfällen mehrere Wegmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass wie Wälder meist sehr urig sind; zwischen dem Gestrüp herlaufen ist nicht nur verboten, sondern oft auch nicht machbar. Damit ist ein Verirren so gut wie unmöglich.
Die Wege auf denen wir unterwegs waren, waren immer extrem gut ausgebaut. Schwierig hätte es teilweise werden können, wenn uns der Regen erwischt hätte, da man teilweise den Markierungen durch's Wasser folgen muss - aber wir hatten Glück. Brücken werden ggf. gekennzeichnet, wenn nur eine Person oder eine bestimmte andere Anzahl gleichzeitig darüber gehen darf. Unsichere Stellen werden von den Ranchern abgesperrt oder entsprechend gesichert. Für wenig erfahrene Wandererinnen, wie wir es waren, herrschten somit die besten Voraussetzungen.
Begeistert hat mich auch, dass jeglicher Müll, den man selbst während des Wanderns produziert, wieder mitnehmen muss - bei Great Walks erhält man hierfür eigene Müllbeutel (die wir z.B. in eigens für Milford Track Wanderer aufgestellte Mülltonnen entsporgen konnten). Das Faszinierende daran ist nicht diese Tatsache an sich (das sollte eigentlich selbstverständlich sein), sondern das es tatsächlich funktioniert. Nirgends findet man herumliegenden Müll.
Wer einen Great Walk gehen will, sollte sich übrigens frühzeitig darüber informieren, ob es sich um eine der Strecken handelt, die frühzeitig gebucht werden müssen. Der Milford Track ist scheinbar der beliebteste, wir haben in tatsächlich direkt bei Öffnung des Onlineanmeldeformulars im letzten Juli gebucht (und wie wir vor Ort erfahren haben, waren wir nicht die einzigen, die so früh dran waren). Der Transfer zum Track kann allerdings auch später bzw. vor Ort noch dazugebucht werden, das war nie ein Problem.
Abschließend noch die Links auf die von uns (teilweise) bewanderte Strecken: