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Watchmen

Comicverfilmungen sind nun eigenlich nicht ganz das, was ich mir so im Kino anschaue, dennoch hat es der Trailer von Watchmen geschafft, meine Neugierde zu wecken. Und ich muss sagen, dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht - hatte mich nach Nadine's Ausführungen ja auf einiges gefasst gemacht.

Schon allein die Story gefällt mir, da es sich bei den Superhelden/-heldinnen des Films eigentlich gar nicht um Superhelden & -heldinnen handelt - mit einer Ausnahmen: Dr. Manhattan (Billy Crudup). Bei den anderen handelt es sich um "normale" Menschen in Heldenkostümen, ohne übernatürliche Kräfte, die sich ursprünglich verbündet hatten, um gegen Verbrechen vorzugehen, gegen die die offizielle Verbrechensbekämpfung machtlos ist. Doch das Helden-Dasein ist im Jahr 1985 nicht mehr das, was es früher mal war. Die Regierung hat ein Antiheldengesetz erlassen, welches verbietet, noch als "Held/in" aufzutreten. Den meisten Watchmen & -women scheint dies nichts auszumachen. So lebt Dan Dreiberg alias Nite Owl II (Patrick Wilson) ein zurückgezogenes, wenig spektakuläres Leben. Adrian Veidt alias Ozymandias (Matthew Goode) hingegen setzt sich gekonnt als klügster Mann der Welt medienwirksam in Szene. Laurie Jupiter alias Silk Spectre II (Malin Akerman) hat das Heldinnendasein von ihrer Mutter, Silk Spectre (Carla Gugino), eher zwangsverpflichtet übernommen, ist die engen Kostüme leid, unterhält allerdings eine komplizierte Beziehung zu dem einzigen Superhelden Dr. Manhattan. Ein Laborunfall machte ihn zu dem, was er ist - ein allmächtiges Wesen, das Materie mit bloser Gedankenkraft formen kann und seine Fähigkeiten der amerikanischen Regierung zur Verfügung stellt. Bleiben noch Edward Blake alias The Comedian (Jeffrey Dean Morgan), ein skrupelloser Mörder im Auftrag der Regierung, und Walter Kovacs alias Rorschach (Jacky Earle Haley), der letzte im Untergrund aktive Held, übrig.

Als der Comedian ermordert wird, wittert Rorschach einen mörderischen Komplott gegen die Watchmen & -women. Er versucht die anderen zu warnen und stößt auf Resignation. Es folgen weitere Anschläge, nach und nach finden die Watchmen & -women wieder zusammen, um zu erkennen, dass hinter all den Anschlägen einer von ihnen - im Sinne des Weltfriedens - steckt.

Mir hat der Film sowohl ästhetisch (optisch und akustisch) als auch inhaltlich sehr gut gefallen. Mir gefällt die Idee, das normale Menschen sich zu Superhelden & -heldinnen ernennen, um damit eine Legitimation zu schaffen, gegen das Böse zu kämpfen. Und ebenfalls gefällt mir, was das Superheldendasein und das anschließende Verbot aus den einzelnen Charaktären macht: Während The Comedian auf brutalste Art und Weise im Namen der Regierung morden geht, Rorschach fanatisch seiner Berufung im Untergrund treu bleibt, entwickelt sich Ozymandias zu einem Multimillionär und Medienmenschen. Dr. Manhattan hingegen trifftet aufgrund seiner Allmächtigkeit immer weiter von der Menschheit ab, verliert den Sinn in seinem Tun und seiner Anwesenheit auf der Erde.

Mir gefallen diese Charaktäre, sind sie weder "weiß" noch "schwarz", sondern in gewisser Weise einfach menschlich. Sie alle hatten ursprünglich etwas Gutes, die Jagd auf Verbrecher, im Sinn. Dafür gingen und gehen sie mehr oder weniger skrupelos über Leichen. Die Länge des Films gibt genügend Zeit, um die Motive der einzelnen Helden & Heldinnen und deren Veränderungen darzustellen und überzeugt mich durch seine verhältnismäßig geringe Actionlastigkeit. Stattdessen werden einzelne Szenen ausführlich und detailliert in Szene gesetzt, was für mich den ästhetischen Wert dieses Films deutlich erhöht hat. Wie meinte eine Freundin zu mir, die für sich die Comic-Leidenschaft entdeckt hat: Wenn ich einen Comic lese, dann verharre ich bei einigen Bildern länger als bei anderen, um mir alle Details genau anzuschauen. Ich finde, das hat der Regisseur Zack Snyder gut auf seinen Film übertragen können.

PS: Bin gespannt auf Tanja und Maiks Worte zum Film, mit denen ich ihn gemeinsam gesehen habe.

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