Nach langer, langer Kinoabstinenz war ich nun endlich mal wieder in einem Lichtspielhaus. Aufgrund einer Empfehlung von Freunden fiel die Wahl auf "Willkommen bei den Sch'tis". Meine Freunde berichteten von "Standing Ovations" - wenn das nicht mal ein Qualitätskriterium ist.
Worum es geht: Ein Beamter aus dem Süden Frankreichs, der alles daran setzt, an die Côte d'Azur versetzt zu werden, um seine Ehe zu retten, verbaselt seine Versetzung und muss für zwei Jahre in den Norden Frankreichs. Unvorstellbar für einen Südfranzosen, dem es vor der Kälte und dem Regen im Norden nur so graut. Aber was sein muss, muss sein, also tuckert der Beamte Philippe Abrams mit minimaler Geschwindigkeit seiner neuen Wirkungsstätte entgegen. Kaum liegt das Schild "Nord Pas de Calais" hinter ihm, schüttet es aus Eimern. Der Norden ist einfach schrecklich.
Am Ziel angekommen, wird Philippe von Antoine begrüsst. Die Dienstwohnung ist leer, also nimmt Antoine Philippe herzlich ins eigene Heim bei Mutti auf. Etwas merkwürdig sind sie schon, die Sch'tis, die "Ureinwohner" des nördlichen Frankreichs. Äußerst herzlich und gastfreundlich, aber eine Sprache haben die ... Philippe hat seine Mühe, seine neuen Mitarbeiter zu verstehen, Annabelle, die in der deutschen Fassung hochdeutsch spricht, muss dolmetschen, damit er nicht von einem Missverständnis in das andere schlittert.
Der erste Tag begann mit Tränen, die ersten zwei Wochen waren dann doch ganz schnell vorbei. Zurück im Süden verwöhnt Julie ihren Mann Philippe, der es ja so schwer hat im hohen, kalten, unfreundlichen Norden. Philippe geht es gut - ihm gefällt das lockere, herzliche Leben bei den Sch'tis und seiner Ehe ging es nie besser. Bis Julie plant, ihren Mann zu begleiten, alle Lügen auffliegen und die Sch'tis alles geben, um Julie das Bild vom Norden zu bieten, welches sie erwartet.
Die grundlegende Geschichte ist einfach, basiert auf Vorurteilen und erscheint wenig genial. Wirklich genial hingegen ist die Sprache, der auch in der deutschen Übersetzung extra erfundene Dialekt der Sch'tis und der sich daraus ergebende Sprachwitz. Eine kleine Kostprobe ist angehängt, mehr davon gibt's auf der Film-Website "Willkommen bei den Sch'tis.